Streit mit Herstellern und was man als kleines Unternehmen gegen Fehlproduktionen tun kann

Gerade als kleines Unternehmen ist es nicht bloß ärgerlich, wenn ein Produkt nicht so wie bestellt ankommt – es kann sogar existenzbedrohend sein.

In unserem Fall ist das mit dem Buch “Die drei Herren und das mysteriöse Fischbrötchen” passiert. Ich habe dieses bei der Druckerei drei- viermal einzeln gedruckt, bevor ich die große Auflage bestellt habe. Bei den Einzeldrucken war alles gut, doch bei der großen kamen alle Cover mit verpixelter Schrift bei uns an.

Die Druckerei war in diesem Fall noch kulant und druckte auf eigene Kosten nach. Allerdings hatten wir die Bücher erst ca. 6 Wochen später. Das war mehr als ärgerlich, weil es schon Bestellungen gab und wir unsere Kunden warten lassen mussten.

Druckfehler bleibt Druckfehler bleibt Druckfehler

Bei der Nachbestellung bin ich davon ausgegangen, dass der Fehler bei der Druckerei lag und habe entsprechend den gleichen Auftrag nochmal gestartet – na, was soll ich sagen: Die Bücher kamen wieder mit verpixelter Schrift hier an.

Ich reklamierte erneut, doch da es zum zweiten Mal passierte, stellte sich die Druckerei quer. Und so etwas ist ein großes Problem, je nachdem wieviel Geld man in die Hand genommen hat. Außerdem hat man nicht unbedingt so viel übrig, dass man sich einen Rechtsanwalt oder ähnliches leisten könnte.

Was habe ich in diesem Fall also gemacht?

Zunächst habe ich unsere Druckdatei von einem unabhängigen Gutachter prüfen lassen. Ich kann euch die folgende Webseite sehr ans Herz legen: https://www.check4print.com/

Der Inhaber ist super freundlich und hat mir sehr weitergeholfen!

Allerdings stellte sich die Druckerei weiterhin quer. Ich habe daher ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Das funktioniert so, dass man im ersten Schritt nochmal eine Mahnung mit der Rückforderung an das Unternehmen schickt und eine entsprechende Frist abwartet. Das habe ich zumindest in diesem Fall zur Sicherheit nochmal getan. In diesem Zeitraum wechselte auf einmal der Sachbearbeiter der Druckerei und ich wurde von dem neuen gefragt, was passiert sei und ob ich das nochmal schildern könne.

Wenn es nicht weitergeht: Gerichtliches Mahnverfahren

Ganz ehrlich: Für mich sah das alles nach Verschleppung aus. Schon vorher sagte man mir, man würde die Druckdaten durch Adobe prüfen und das dauert mehrere Wochen. Aber auch nach einem Monat habe ich von der Druckerei nichts dazu gehört.

Das gerichtliche Mahnverfahren selbst reicht man tatsächlich online ein. Hier ist einmal der Link mit weiteren Informationen der Stadt Hamburg: https://www.hamburg.de/wirtschaft/mahnantrag/

Das müsste es aber auch in allen anderen Städten und Regionen geben.

Die Kosten sind zwar da, aber überschaubar. Die Druckerei hat in der ersten Runde widersprochen, ich habe daher die zweite eingeleitet, in der die Parteien gegenseitig die Sachverhalte darstellen. Dieser lief bei uns auf einen Vergleich hinaus, sodass mir immerhin die Hälfte der Druckkosten zugesprochen wurden.

Problem: Die Druckerei zögerte auch das wieder hinaus und zahlte einfach nicht. Ich habe zuerst die Mahnstelle angeschrieben, ob es für die Zahlung eine Frist geben würde, denn das Geld sei noch nicht da.

Wenn gar nichts mehr geht – negative Bewertungen im Internet

Und dann habe ich zu dem Einfluss gegriffen, den wir alle als kleine Unternehmen immerhin haben: Ich habe zwei öffentliche Bewertungen abgegeben und in wenigen Sätzen den Umstand beschrieben, nur einen Stern verteilt und die Druckerei für kleine Unternehmen als nicht empfehlenswert beschrieben. Ich denke, es ist wichtig, dass man bei allem Ärger in so einer Bewertung sachlich bleibt und die Umstände lediglich beschreibt. Sonst wirkt das schnell, als wolle sich da jemand abreagieren.

Was soll ich sagen: Drei Tage später war das Geld auf unserem Konto.

Lohnt sich das?

Finanziell gesehen war es gerade aufgrund des hohen Aufwandes nicht lohnenswert. Bei einer höheren Auflage und somit höheren Kosten wäre es das aber sicherlich gewesen. Mir war es dabei jedoch auch wichtig, zu zeigen, dass so ein Umgang mit der Sache einfach nicht in Ordnung ist.

Wie du siehst: Auch als kleines Unternehmen gibt es ein paar Mittel und Wege, sich gegen solche Riesen zu wehren. Und sei es, um den eigenen Frieden damit zu finden.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir im Anschluss die Druckerei gewechselt haben – auch das ist immerhin eine kleine Sache, die wir tun können.

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